Alter Grenzzaun
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Alter Grenzzaun

In den ersten Jahren der Sperrung der Zonengrenze errichteten sowjetische Truppen einfache Stacheldrahtzäune, die mit ihren Holzpfählen eher Weideeinfriedungen glichen.
Nach Gründung der DDR wurde die Bewachung der Grenze von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in die Verantwortung der Deutschen Grenzpolizei übergeben. Im Frühjahr 1952 wurde auf sowjetischen Befehl damit begonnen, die Sperranlagen erheblich auszubauen. Nun kamen viel höhere Grenzzäune auf, die mit Betonpfählen errichtet wurden.

Hölzerne Wachtürme wurden gebaut, bewaffnete Doppelstreifen der Grenzpolizei versuchten, die Flüchtlinge aufzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits etliche Tote, da die Grenzposten immer häufiger von der Schusswaffe Gebrauch machten.
Das Grenzregime wurde in den 1960er Jahren nochmals verschärft. Ostwärts der Grenzzäune wurden von DDR-Grenztruppen nun auch Minenfelder verlegt, die eine Flucht nach Westen vollends lebensgefährlich machten. Zahlreiche Flüchtlinge fielen in diesen Jahren entweder Grenzposten oder Minendetonationen zum Opfer.
Das Foto zeigt einen rekonstruierten Abschnitt eines Grenzzauns aus den frühen 1960er Jahren. Aufgenommen wurde es auf dem Rasdorfer Berg in der Rhön zwischen Hessen und Thüringen.
Im Hintergrund rechts ist außerdem noch ein weiß-roter Grenzpfahl der Bundesrepublik zu erkennen. Die DDR-Grenze wurde von der Bundesrepublik nicht als Staatsgrenze, sondern lediglich als Landesgrenze angesehen. Um zu vermeiden, dass Bundesbürger aufgrund der nicht immer deutlich erkennbaren Grenzlinie versehentlich auf DDR-Gebiet gerieten, stellte der Bundesgrenzschutz entlang der innerdeutschen Grenze tausende dieser Markierungen auf, meistens kombiniert mit Warnschildern.

(Aufnahme: Oktober 2015)