Schifflersgrund
Geschichtsorte
Schifflersgrund

Der Schifflersgrund ist eine Senke zwischen Bad Sooden-Allendorf und Asbach-Sickenberg. Er bildete schon seit Jahrhunderten die Grenzlinie zwischen dem Territorium der Landgrafen von Hessen und dem Eichsfeld, das früher zu Kurmainz, später zu Thüringen gehörte.
Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs orientierten sich fast immer an den alten deutschen Ländergrenzen. Daher verlief hier seit 1945 auch die Zonengrenze, die später zur innerdeutschen Grenze wurde.
Im Schifflersgrund ist ein rund 1.500 langes Stück dieser früheren Grenze erhalten geblieben.

Das große Foto zeigt das vorderste Sperrelement, den Metallgitterzaun. Daran hatte die DDR an vielen Grenzabschnitten zwischen 1971 und 1983 auch die tödlich wirkenden Splitterminen des Typs SM-70 angebracht.
Links von der Bildmitte erkennt man ein großes Birkenkreuz. Es erinnert an Heinz-Josef Große, der an dieser Stelle am 29. März 1982 von DDR-Grenzsoldaten bei einem Fluchtversuch erschossen wurde. Der 34jährige Große war mit Erdarbeiten an den Grenzanlagen beauftragt worden. Er nutzte eine kurze Abwesenheit der DDR-Grenzsoldaten, fuhr mit seinem Radlader bis an den Metallgitterzaun heran, legte die Laderschaufel darüber und konnte so zunächst den Zaun überwinden, ohne eine Splittermine auszulösen. Die Grenzsoldaten bemerkten jedoch seine Flucht, kamen zurück und erschossen Große nur wenige Meter vor Erreichen des Gebietes der Bundesrepublik. Die Leitplanke der Straße am oberen linken Bildrand lag bereits in Hessen. Unmittelbar davor befindet sich noch der weiß-rote Grenzpfahl, der die Grenzlinie der Bundesrepublik anzeigte.

(Aufnahme: Oktober 2015)
Der Radlader, der 1982 von Heinz-Josef Große bei seinem Fluchtversuch benutzt wurde, im Grenzmuseum Schifflersgrund.