Die innerdeutsche Grenze
Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs hatten auf verschiedenen Konferenzen (Jalta, Potsdam) eine Aufteilung des Deutschen Reiches in Besatzungszonen vereinbart. Zugleich wollten die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich gemeinsame Grundlagen bei der zukünftigen Behandlung ihrer Besatzungszonen einhalten. Aber schon Anfang 1947 wurden zunehmende Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion sichtbar. Zu unterschiedlich waren die politischen und wirtschaftlichen Vorstellungen. Der weltweit beginnende Kalte Krieg führte auch bei der Frage der weiteren Behandlung Deutschlands zum Streit zwischen den einstigen Verbündeten. Der Ost-West-Konflikt verschärfte sich immer weiter. Schließlich wurden 1949 zwei deutsche Staaten gegründet, die Bundesrepublik Deutschland (bestehend aus den drei Westzonen, der Trizone) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR, bestehend aus der sowjetischen Besatzungszone). Schon bald flüchteten immer mehr Menschen aus der DDR in den Westen, so dass die SED-Regierung eine Abriegelung der Westgrenze beschloss.
Anfang 1952 entstanden daher entlang der 1.378 Kilometer langen Grenze zu den Westzonen Drahtzäune, bewacht von bewaffneter DDR-Grenzpolizei (später Grenztruppen der Nationalen Volksarmee). Die Grenzbefestigungen wurden immer stärker ausgebaut, es wurden sogar Minen verlegt. Die Soldaten der DDR-Grenztruppen erhielten einen Schießbefehl auf Flüchtlinge. Bis zur Öffnung der DDR-Grenze am 9. November 1989 kamen an ihr hunderte Menschen ums Leben. Über 850 Opfer sind bislang bekannt.
Das Foto entstand in dem sehenswerten Grenzmuseum Schifflersgrund zwischen Asbach-Sickenberg (Thüringen) und Bad Sooden-Allendorf (Hessen). Im Vordergrund ist eine der Grenzsäulen aus Beton zu sehen, mit der die DDR ihre Grenze zur Bundesrepublik markierte. Ein Wachturm der DDR-Grenztruppen vom Typ BT-9 (im Hintergrund) befindet sich noch an seinem Originalstandort.
(Aufnahme: Oktober 2015)
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