Die Brücke von Remagen
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Die Brücke von Remagen

Das Deutsche Reich begann in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg mit dem Ausbau strategischer Eisenbahnlinien, um den Truppenaufmarsch bei einem zu erwartenden Krieg gegen Frankreich rasch durchführen zu können. Neben einigen Strecken im Südwesten, in der Pfalz und der Eifel sowie der Kanonenbahn Berlin-Wetzlar-Metz wurden ab 1912 auch neue Eisenbahnbrücken über den Rhein gebaut. Die Brücke bei Remagen wurde 1916 begonnen und nach Erich Ludendorff, dem Ersten Generalquartiermeister, benannt.

Im Mai 1918 wurde die Brücke fertig, zu spät für die letzte große deutsche Frühjahrsoffensive an der Westfront („Unternehmen Michael“). Diese hatte bereits am 21. März 1918 begonnen und musste nach Anfangserfolgen im Spätsommer eingestellt werden. In der Zeit zwischen den Weltkriegen diente die Ludendorff-Brücke dem zivilen Eisenbahnverkehr als Verbindung der rechten Rheinstrecke mit der linksrheinisch gelegenen Ahrtalbahn. 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs, zog sich die deutsche Wehrmacht vor den alliierten Streitkräften aus dem Westen zurück. Der Rhein bildete eine letzte natürliche Barriere für die Alliierten. Alle Brücken über den Fluss wurden von den Deutschen zerstört, nur die Sprengung der Eisenbahnbrücke von Remagen scheiterte in letzter Minute. Am Nachmittag des 7. März 1945 konnten Soldaten der 9. US-Panzerdivision die Brücke überqueren und auf dem rechten Rheinufer einen Brückenkopf errichten. Die Deutschen setzten Kampfschwimmer, schwere Eisenbahngeschütze, modernste Arado-Düsenbomber und „V2“-Raketen ein, doch alle ihre Versuche, die Brücke zu zerstören, schlugen fehl. Am 17. März stürzte die beschädigte Brücke dann doch noch ein, aber bis zu diesem Zeitpunkt hatten US-Pioniere bereits Pontonbrücken als Ersatz gebaut. Der Brückenkopf wurde von der US-Armee genutzt, um das Ruhrgebiet von Süden her einzuschließen und schnell weiter in Richtung Elbe, Harz und Thüringen vorzustoßen. Zusätzlich gelang US-General George Patton rund zwei Wochen später ein weiterer Rheinübergang bei Oppenheim, gefolgt vom Übergang der 21. Armeegruppe des britischen Feldmarschalls Bernard L. Montgomery bei Wesel („Operation Plunder“). Die totale Niederlage des verbrecherischen NS-Regimes war endgültig besiegelt.
Das Foto entstand mit einem 500-mm-Teleobjektiv und zeigt die östlichen, rechtsrheinischen Brückentürme vor dem Steilhang der Erpeler Ley mit dem dahinter liegenden, heute zugemauerten Tunnelportal der ehemaligen Eisenbahnstrecke.
(Aufnahme: August 2011)