Metallgitterzaun und Wachturm
Geschichtsorte
Metallgitterzaun und Wachturm

Nach der Öffnung der DDR-Grenzen am 9. November 1989 wurden die Sperranlagen schon bald abgebaut. Das betraf sowohl die Grenze zu Westberlin, die in der Innenstadt durchgängig als „Berliner Mauer“ ausgeführt war, als auch die über 1.300 Kilometer lange innerdeutsche Grenze. Vielfach bestand einfach der Wunsch, die Grenze, die jahrzehntelang Deutschland geteilt hatte, restlos verschwinden zu lassen. Erst spät wurden dabei auch die Anliegen jener beachtet, die einen Erhalt von Teilen der Grenzanlagen als Stätten des Gedenkens an die Zeit der deutschen Teilung vorschlugen.

Aus diesem Grund gibt es heute von der einstmals dominierenden Grenze nur noch wenige und zudem kurze Teilstücke. Neben der sehr bekannten Erinnerungsstätte an die „Berliner Mauer“ an der Bernauer Straße befinden sich diese bei Hötensleben (Sachsen-Anhalt), im Schifflersgrund zwischen Asberg-Sickenberg (Thüringen) und Bad Sooden-Allendorf (Hessen), bei Behrungen (Thüringen) sowie in der Ortschaft Mödlareuth, die sogar 41 Jahre lang durch die innerdeutsche Grenze in einen bayrischen und thüringischen Teil getrennt war („Little Berlin“).
Ein Punkt, an dem noch ein weiterer Teil der Grenzanlagen erhalten geblieben ist oder rekonstruiert wurde, liegt in der Rhön zwischen der Stadt Geisa (Thüringen) und Rasdorf (Hessen). In einem Erinnerungsort, dem Haus auf der Grenze, wird den Besuchern eine Ausstellung zur Geschichte der deutschen Teilung gezeigt.
Auf dem Foto ist das vorderste Sperrelement der DDR-Grenze, der Metallgitterzaun, zu sehen. Dieser ersetzte die seit den 1950er Jahren üblichen Stacheldrahtzäune und stand niemals auf der Grenzlinie selbst, sondern immer ein Stück zurückverlegt auf DDR-Gebiet. Er war drei Meter hoch und bestand aus Betonpfählen, an denen Streckmetallelemente mit Schrauben befestigt waren. Die Verbindungen waren so ausgeführt, dass ein Lösen der Schrauben aus östlicher Richtung (
„freundwärts“) erschwert war. Ein Hoch- oder Überklettern war durch die sehr kleinen und zugleich scharfkantigen Öffnungen fast unmöglich. An der ostwärtigen Seite des Metallgitterzauns wurden ab 1970 auch die tödlich wirkenden Splitterminen SM-70 angebaut.
Wachtürme an der Grenze bestanden zunächst aus Holz. In den frühen 1960er Jahren wurden sie allmählich durch runde Betontürme ersetzt, die sich aber bei Sturm als instabil erwiesen. Die hier vorhandene eckige Form konnte einen Beobachtungstrupp aufnehmen und besaß über ein spezielles Grenznetz Fernsprechverbindungen zu Führungsstellen und in die nächste Grenzkompanie. Die Funkantennen sind erst in den letzten Jahren angebracht worden.
(Aufnahme: Oktober 2015)